Donnerstag, 10. September 2015

Alltag und Events

So ist schon wieder einiges an Zeit vergangen seit ich mich gemeldet habe und einiges habe ich erlebt. Teilweise war es mir sogar zu viel, aber dann kam zum Glück das Wochenende, wo wir was Zeit für uns hatten und ausschlafen durften.

Am 31. August um 6:30 morgens sind Esther, Felix und Jessica am Flughafen in Hanoi angekommen. Esther ist meine Mitfreiwillige und Felix und Jessica sind in einem Projekt in einer Blindenschule in Hanoi untergebracht. So bin ich also morgens um 5 Uhr aufgestanden, um die Drei mit unserem Mentor Lam und unserer Koordinatorin Houng abzuholen. Das war der Start für unser aller Freiwilligendienst, dementsprechend motiviert und aufgeregt waren wir alle. Die erste Woche war nun aber noch gar kein richtiges Arbeiten im Projekt. Esther und ich waren auch weiterhin in Hanoi und haben die Stadt ein bisschen erkunden können. Ein anderer Freiwilliger, der hier schon 8 Monate ist, hat uns ersteinmal durch die Stadt geführt. Dabei haben wir eine vietnamesische Freundin von ihm getroffen, die uns auch noch so einiges erzählt und gezeigt hat. So haben wir viel gesehen und haben trotzdem viel Zeit in Cafes verbracht, da wir immer mal wieder eine Pause brauchten. Das Wetter ist immer noch sehr warm und schwül.

Am 2. September war dann der Unabhängigkeitstag Vietnams. Wegen des 70 jährigen Jubiläums wurde es noch größer gefeiert als sonst. Um 7 Uhr morgens gab es eine Parade des Militärs, und abends um 9 Uhr ein Feuerwerk. So waren wir den ganzen Tag beschäftigt und haben viele verrückte Sachen erlebt. Esther und ich sind um 4:30 aufgestanden um pünktlich zu der Parade am Ho Chi Minh Mausoleum zu sein. Das war nur leider großräumig abgesperrt und Busse fuhren von uns aus auch nicht. Also haben wir ein Motortaxi genommen, bis zu einer Stelle wo es nicht mehr weiter ging und von da aus mussten wir dann laufen. Irgendwie sind wir aber nie zum Mausoleum durchgekommen. Letztenendes waren wir am Hoan Kiem Lake, wo ein Teil der Parade langging. Mir persönlich war es alles ein bisschen zu militärisch, aber es war eindeutig ein Erlebnis wert. Alleine schon die ganzen Menschenmassen waren beeindruckend. Ungefähr gleich viele, schätze ich, waren dann auch abends zum Feuerwerk da. Leider hat es die ganze Zeit über geregnet, weswegen einiges vom Feuerwerk von Wolken bedeckt wurde. Trotzdem war es ein sehr schönes und prunkvolles Feuerwerk.

 
Die Menschenmassen bei der Parade
 
Sogar vom Dach aus wurde geschaut

Die Polizisten, welche zu Hauf an jeder Absperrung standen


Ein weiteres Mal offiziell wurde es dann letzten Samstag, wo der offizielle Schulbeginn zeremoniert wurde. Wir sind wieder früh morgens (5 Uhr) aufgestanden, um in die Blindenschule zu fahren und der Zeremonie beizuwohnen. Es wurde mit Fahnen eingelaufen, die Nationalhyme wurde gesungen und es gabe einige Reden. Zudem wird wohl jedes Jahr ein vom Präsident verfasster Brief vorgelesen, als Motivation für das neue Schuljahr. Um alles ein bisschen kurzweiliger zu gestalten gab es Gesangs- und Tanzeinlagen der blinden sowie sehenden SchülerInnen. Die Schule ist nicht nur für Blinde. Alle Schüler waren in Schuluniform und die Lehrer in Anzug oder die Lehrerinnen in traditionellem Au Dai (Au Sai gesprochen).
Wie man merken kann, wird hier vieles gerne förmlich, festlich und sehr ofiziell zelebriert.

Ein kleiner Einblick in die Zeremonie zum Schulstart


Am Montag ging es dann bis Mittwoch in den Nationalpark, auch Felix und Jessica sind mit uns gefahren. Im Dorf dort, sind wir wieder auf eine Festlichkeit gestoßen. Und zwar wurde zu Ehren Mutter Marias gefeiert. Giao Thien und Umgebung sind sehr stark christlich gesprägt, demtentsprechend viel das Fest dann auch prunktoll aus. Durch Zufall haben wir den Probemarsch und Probegottesdienst beobachten dürfen. Auch da war wieder alles aufwändig dekoriert worden. Alle waren festlich angezogen. Der Kirchenchor hat gesungen. Es gab mehrere Orchester und die kleinen Kinder sind im  Zug mitgelaufen.

Der traditionelle Au Dai
Ein netter Herr, der gerne fotografiert werden wollte
Wie man vielleicht erkennt, sind das alles altertümliche Instrumente
Die Trommelgruppe in Aktion


Dies waren alles sehr aufregende und ungewöhnliche Ereignisse. Wir waren viel am Staunen und haben einige Unterschiede zu Deutschland feststellen können.
Nichtsdestotrotz müssen wir uns ja an das "normale", alltägliche Leben gewöhnen und nicht irgendwelche Events. Damit haben wir aber auch schon angfangen. Sei es der Versuch Obst zu kaufen und dabei auf Vietnamesisch zu feilschen, oder mit dem dann erworbenen Gemüse (welches schon anders als das Deutsche ist) ein Gericht zu zaubern. Oder zu lernen, welchen Bus man wohin nimmt und, wem man im Bus Platz zu machen hat, und bei wem man sitzen bleiben kann. Zusätzlich ist es auch gar nicht so einfach hier das Haus sauber zu halten, durch Staub und Nässe, wird alles schnell dreckig und eigentlich könnte man die ganze Zeit putzen. Damit umzugehen muss auch erst mal gelernt sein. All diese kleinen Dinge sind noch sehr aufregend und machen aber auch super viel Spaß zu erlernen.
Zudem haben wir bis jetzt schon viele Leute kennengelernt, die uns unterstützen und ganz lieb helfen. Das hat schon so einiges einfacher gemacht.


Hier noch ein Link zum Unabhängigkeitstag und die beiden Blogs von Felix und Esther, falls ihr da auch mal Lust habt reinzuschauen:


http://dtinews.vn/en/news/017004/41626/----vietnam-holds-massive-national-day-parade.html

felixinvietnam.blogspot.com

estherinvietnam.blogspot.com












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