Donnerstag, 8. Oktober 2015

Zwischen Tee Trinken Und Arbeiten

Fast einen ganzen Monat sind Esther und ich nun schon im Nationalpark und haben versucht uns einen Arbeitsalltag einzurichten. Es ist auch schon echt viel passiert, wir sind super oft eingeladen worden, nur wirklich gearbeitet haben wir eindeutig ziemlich wenig. Das soll gar nicht negativ klingen es ist nur eine Tatsache.
Soldatenhüte zum Schutz vor der Sonne
So oft wird man von irgendwelchen netten Leuten zum Tee eingeladen, oder zum Mittagessen, oder was auch immer. Dadruch haben wir es schon auf eine Hochzeit geschafft, waren beim Midautumn Festival bei 3 unterschiedlichen Veranstaltungen eingeladen und lernen so auch immer wieder neue Leute kennen.
Kurz zur Erläuterung vom Midautumn Festival, es wird am 15. August des Mondkalenders gefeiert, und ist ein Feiertag für Kinder. Die Kinder bauen Zelte auf, Tanzen und Singen und generell wird einfach sehr viel gegessen. Die Hochzeit war auch ein Erlebnis für sich, alles wurde sehr genau getimt, damit dem Ehepaar auch kein Unglück widerfahren kann, die Brautjungfern waren abgezählt und alles wurde streng nach Tradition gemacht. Wir saßen dabei, wurden ab und zu um ein Foto gebeten und haben uns sonst ganz nett mit den zahlreichen Cousinen und Cousins der Braut unterhalten.

Ein Verkleideter bei der Parade vom Midautumn Festival




Kommen wir nun aber mal zu unserer Arbeit. Das, wofür wir anscheinend am liebsten eingesetzt werden ist Englischunterricht. Praktisch immer wenn wir jemand Neues treffen, fragt uns diese Person, ob wir ihrer Tochter/ ihrem Sohn Nachhilfe in Englisch geben können, oder ob wir der Person selbst nicht was beibringen können. Manchmal wird man auch in eine Schule eingeladen und gefragt, ob man da nicht für die fehlende Englischlehrerin einspringen könnte. So haben wir echt zahlreiche Möglichkeiten Menschen Englisch beizubringen, nur wollen wir unsere ganzen Tage nicht nur damit verbringen. Schließlich haben Esther und ich uns für das Projekt im Nationalpark entschieden, gerade weil wir was anderes machen wollten, als die ganze Zeit nur Unterrichten zu müssen. Dreimal die Woche unterrichten wir aber trotzdem auf jeden Fall Englisch. Montagnachmittags in einer Grundschule in Giao Thien, dort unterrichten wir ca.10 Kinder aus der 4. und 5. Klasse, um sie auf einen Englischwettbewerb im Februar vorzubereiten. Mittwochnachmittag machen wir das Gleiche nochmal in der Grundschule von Giao An (Nachbarkommune). Dorthin fahren wir freitagmorgens auch nochmal um einer 3. Klasse Englischunterricht zu geben. Heute haben wir auch das erste Mal im Park für die Parkmitarbeiter Englischunterricht gegeben. Da reden wir hauptsächlich über die Umwelt, Natur und Ökotourismus.

Der Park hat mittlerweile aber auch ganz gut verstanden, dass wir nicht nur Englisch unterrrichten wollen. Nachdem wir laut und deutlich sagen mussten, dass wir wirklich körperlich arbeiten wollen und auch ruhig ein bisschen dreckig werden können. Vorher schienen sie echt zu denken, dass wir auf keinen Fall irgendwie körperliche Arbeit machen wollten. So haben wir eigentlich nur zufällig erfahren, dass neue Mangrovensetzlinge in dem Naturschutzgebiet gepflanzt werden. Da durften wir dann auch mitmachen. Drei Tage haben wir dort mitgeholfen. Als erstes wurden die Setzlinge von ihrer Aufzuchtstation zur Insel transportiert, wo sie gepflanzt werden, und danach wurden sie dort eingepflanzt. Eigentlich alles wurde per Hand gemacht, es waren alles junge bis alte Frauen, die dort mitgemacht haben. Sie fanden es sehr lustig, dass wir mitgemacht haben und jede hat uns gesagt, dass wir doch bitte einen Hut aufsetzten sollen, und uns bedecken sollen, damit wir nicht zu braun werden. Das ist hier normal, jetzt haben wir uns auch einen Reishut gekauft.
Was jetzt auch schon dreimal geklappt hat, ist die Arbeit im "Mushroom Club", eine Familie die Pilze züchtet.
Die Familie ist sehr nett und wir haben geholfen Schnüre für die Pilze zu verknoten. In großen Plastiktüten, werden die Pilze angesetzt. Diese Beutel haben wir dann auch noch unter einem Dach aufgehängt.


Beim Mangroven einpflanzen





Die Plastikbeutel, in denen die Plize wachsen


Unser Fortbewegunsmittel, weswegen wir häufig belächelt werden
 ,da wir nicht mit dem Motorbike fahren

Der Reis ist bald erntereif, wir hoffen wir können mithelfen

Hiermit hoffe ich euch einen kleinen Einblick in unseren jetztigen Alltag gegeben zu haben. Ich hoffe euch allen geht es gut, und ihr habt ein angenehmes herbstliches Wetter.


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