Mittwoch, 23. Dezember 2015

Es ist schon Weihachten?!

Es ist Dezember, dememtsprechend ist auch am 24. des Monats Heilig Abend, so wirklich glaube konnte ich das ganz lange nicht. Jetzt langsam, in weniger als einer Woche ist Heilig Abend, glaube auch ich daran. Mittlerweile ist es hier sogar richtig kalt geworden, 13-16 Grad, das mag für euch warm klingen, aber hier ist es verdammt kalt. Heizungen haben wir keine also sind die Räume nur ungefähr 2 Grad wärmer, so sitzen hier alle in Winterjacke in ihren Häusern, aber das ist normal.
Da wir in einer der Regionen sind, wo es einen hohen Anteil an Christen gibt, spielt hier Weihnachten sogar doch eine echt große Rolle. Seit einigen Tagen sind hier viele Leute fleißig am Krippe bzw. Höhle bauen für das Jesuskind. Die Höhlen sind super kunstvoll gebaut und natürlich dürfen Lichterketten auch auf keinen Fall fehlen. Ich freue mich immer wieder, wenn ich neue Krippen entdecke.

Die kunstvolle Krippe der Kirche im Dorf

 Da Esther und ich uns so gar nicht weihnachtlich gefühlt haben, wollten wir was daran verändern und selbst ein bisschen Weihnachtsstimmung verbreiten. So haben wir, als wir mal wieder in Hanoi waren Plätzchen gebacken. Dies ist nur dort möglich, da wir im Park keinen Backofen haben. Also standen wir in Hanoi einige Stunden in der Küche und es ist mit Weihnachtsmusik und Plätzchengeruch tatsächlich etwas Weihnachtsstimmung aufgekommen. Die Plätzchen haben wir alle mit in den Park genommen und dort mit den ParkmitarbeiterInnen gegessen, sie waren ganz begeistert von unseren Plätzchen. Einige Tage später haben die Parkmitarbeiterinnen gefragt, ob wir nicht einen Weihnachtsbaum mit ihnen machen wollen. Gesagt getan, letzte Woche saßen wir Frauen einen Vormittag (während der Arbeitszeit wohlgemerkt) alle zusammen und haben Dekoration für unseren Baum gebastelt, es ist echt nett gewesen. 2 Tage später hat unser Security Guard/Gärtner/Koch (er ist hier irgendwie für alles zuständig) unseren ausgewählten Nadelbaum ausgegraben und ins Büro geschleppt. Hier steht der Baum nun fröhlich leuchtend und wir haben hier doch ein bisschen Weihnachten.


Beim ersten Plätzchenessen, ein Selfie mit unserem Mentor

Das Resultat unseres Basteltages


Heute sind wir auch nochmal überrascht worden.
Meine liebe Mama hatte ein ganzes Paket voller Lebkuchen, Zimtsterne und Spekulatius geschickt, das wollten wir noch  mit den ParkmitarbeiterInnen essen, um ihnen zu zeigen, wie deutsches Weihnachten so schmeckt. Das haben wir dann heute morgen gemacht. Sie haben natürlich wieder ganz viele Fotos gemacht, waren echt begeistert. Der Direktor hat noch schnell Bier bringen lassen, schließlich war es ja eine (Weihnachts-) Party, also musste getrunken werden. So haben wir am Morgen schon mit den Männer auf Weihnachten angestoßen. Von den Damen haben wir noch einen ganzen Haufen kleiner Geschenke bekommen, super lieb von ihnen. Heute Mittag wurde dann uns zu Ehren und weil wir so gerne Weihnachten feiern wollen noch ein richtiges Festessen veranstaltet. Nach diesen netten Gesten können wir nun morgen frohen Mutes nach Hanoi fahren und dort weiter Weihnachten feiern.



Die Weihnachtsparty

Ich hoffe natürlich, dass ihr auch schon die ein oder andere Weihnachtsfeier hinter euch habt und es euch gut geht. Somit wünsche ich euch allen ein tolles Heilig Abend und weitere schöne Weihnachtstage mit euren Lieben.


Unser Weihnachtsbaum

Sonntag, 22. November 2015

Ein voller, ereignisreicher Monat


REISERNTE 

Nun ist es schon November, und der Oktober verging wirklich im Fluge.Wie wir es uns erhofft hatten konnten wir ab Mitte der Monats bei der Reisernte mithelfen. Wir hätten praktisch von morgens bis abends helfen können, bei 2 unterschiedlichen Familien. Einmal bei unserer Köchin und bei der Familie vom Mushroom Club.
Bei unserer Köchin haben wir früh morgens angefangen und wie man es sich vorstellt, mit Sichel die einzelnen Reispflanzen gekappt. Diese wurden dann auf Haufen gelegt, verkürzt und zum Haus gefahren. Später wurde das Reiskorn von der Pflanze getrennt, da haben wir aber nicht mehr mitgeholfen zudem wird das von einer Maschine erledigt. So standen wir dann knapp 2 Stunden lang, komplett verhüllt gegen die Sonne auf dem leicht matschigen Feld und mussten uns immer wieder runterbeugen um die Reispflanzen zu kappen. Nach diesen 2 Stunden war ich echt fertig. Dann ging es zum Haus der Familie und wir durften erstmal englischsprachiges Fernsehen schauen (hier werden viele Filme und Serien im Original mit vietnamesischen Untertiteln gezeigt), während so langsam ein richtiges Festessen vorbereitet wurde. Das wurde dann mit der ganzen Familie zusammen verspeist.
Am nächsten Tag ging es bei der anderen Familie weiter. Sie hatten ihren ganzen Reis schon vom Feld geholt, mussten für ihre Pilze aber das ganze Stroh trocknen lassen. Dementsprechend sahen die Straßen auch echt sehr lustig aus, mehrere Familien haben ihre Stroh einfach auf den Straßen ausgebreitet um es von der Sonne trockenen zu lassen. Mehrmals konnte man Busse, Motorbikes und Fahrradfahrer einfach darüber fahren sehen, manchmal sind welche steckengeblieben, es war ein sehr interessantes Bild. Der Familie haben wir geholfen, indem wir als erstes das Stroh dünn auf der Straße verteilt haben, sie haben es auf mehreren unterschiedlichen Plätzen verteilt, da sie für die Pilze wohl recht viel benötigen. Nach einigen Stunden sind wir dann wieder zurück zu den einzelnen Plätzen, um das ganze Stroh zu wenden. Am Abend/späten Nachmittag, war das Stroh dann soweit trocken, dass wir wieder alles einsammeln konnten und es zum Haus gefahren haben, wo es auf einen riesen Haufen kam.
Diese beiden unterschiedlichen Arbeiten haben wir noch mehrmals verrichtet, wobei wir bei der Köchin nicht mehr ganz so oft waren, sie uns aber jeden Morgen und Abend gefragt hat, wann wir denn könnten, das war ein bisschen anstrengend.


Die Familie der Köchin auf ihrem Reisfeld





EIN ANDERER NATIONALPARK

Durch einen Facebookpost sind wir auf einen anderen Nationalpark (Cuc Phuong Nationalpark) aufmerksam geworden, sie haben dringend Freiwillige gesucht, die ihnen helfen vor Wilderern gerettetet, kranke Schildkröten zu versorgen. Das klang unserer Meinung nach echt spannend, und da wir ja Freiwillige sind, dachten wir einfach, dass wir denen mal schreiben können. So sind wir dann nach kurzem hin und her für 9 Nächte dorthin, mit unserem Park und den Verantwortlichen war soweit alles abgesprochen.
So kam es, dass wir 9 Tage lang von morgens bis abends damit verbracht haben Schildkröten zu versorgen.
Knapp 100 Schildkröten galt es jeden Tag zu versorgen, einige davon mussten auch noch veraztet werden.
Wir haben uns um Landschildkröten und Wasserschildkröten gekümmert, bei den Wasserschildkröten mussten wir jeden, bzw. jeden zweiten Tag das Wasser wechseln und deren Plastikbox putzen. Die Big Head Turtles, sind sehr aggressive Tiere und können dementsprechend nur alleine in einem Gehege leben, also gab es sehr viele einzelne Plastikboxen für sie, da wir so um die 40 Tiere von ihnen hatten.
Die Arbeit war komplett anders zu der, die wir im Xuan Thuy Nationalpark tun, sie war aber sehr interessant und hat einem nochmal einen ganz anderen Einblick in den Tierschutz gegeben. Während des Arbeitens oder in der Freizeit, die wir auch mit den Mitfreiwilligen und Arbeitenden dort vebracht haben, wurde immer mal wieder über Tierschutz und ähnliches diskutiert, das hat einem nochmal einen ganz anderen Blickwinkel gegeben. Zudem ist der Cuc Phuong Nationalpark auch ein wunderschöner Nationalpark, mit sehr viel Dschungel und Bergen, wo alles zugewuchert ist, genauso, wie man sich einen Nationalpark eigentlich vorstellt. Ein Primate Rescue Center und ein Pengoline (Gürteltier) Rescue Center gibt es auch, beide durften wir auch besichtigen. So hatten wir dort eine gute Zeit.
Nichtsdestotrotz habe ich mich auch wieder sehr auf "meinen" Nationalpark gefreut, die Leute und die Arbeit hier.

Thuong beim Reinigen der Plastikboxen
Eine von unseren kranken Patienten
 Eine kleine Big Head Turtle  
Beim Beschriften einer Schildkröte, um sie auseinanderhalten zu können


ZURÜCK IM PARK

Seitdem wir wieder hier sind, was jetzt auch schon ne Weile her ist, ist auch schon wieder einiges passiert.
Das werde ich jetzt auch nicht alles erwähnen, da ihr viel zu viel zu lesen hättet und euch bestimmt langweilen würdet, aber ein oder zwei Gegebenheiten möchte ich auf jeden Fall noch erwähnen.
Erstens einmal der ständige Besuch verschiedener Fernsehrsender, die eigentlich immer wieder das Gleiche filmen und ausstrahlen, aber na gut. Seit ich hier bin, waren schon mindestens 4 Sender hier. Abends sitzen die, die im Park geblieben sind, dann immer zusammen um den Fernseher und schauen, was diesmal so gezeigt wird. Leider verstehen wir nicht, was sie sagen, aber nachdem ich dann bei einer "Produktion" dabei sein durfte, kann ich mir so ungefähr vorstellen, was sie so sagen, oder worum es geht. Ich durfte/sollte nämlich auch vor die Kamera. Ich wurde gefilmt, wie ich (nicht vorhandene) Vögel beobachte, danach wurde ich gefragt, wie ich mich denn hier fühle. Ich sollte sagen (auf Englisch): "Ich bin sehr glücklich hier zu sein und finde die Landschaft sehr schön, besonders die Mangroven gefallen mir sehr gut." Alles wird unglaublich romantisiert und ist eine ziemliche Show. Die Parkranger laufen normalerweise in normalen Klamotten rum, für den kleinen Film haben sie alle extra ihre Rangeruniform angezogen. Mich hat es sehr überrascht, wie viel gespielt war und was es für ein -meiner Meinung nach- falsches Bild im Fernsehen abgibt, und somit an die Bevölkerung herangetragen wird. Aber für mich war es auf jeden Fall ein sehr lustiges Ereignis, Vögel habe ich am Ende sogar doch noch sehen können und da der Vogelexperte auch mit dabei war, hat er mir sogar einige Namen nennen können.



Das zweite für mich sehr tolle Ereignis liegt erst ein paar Tage zurück. Es war ein Fußballspiel. Einmal im Jahr spielen die Parkmitarbeiter gegen die Lehrer der Giao Thien Secondary School. Ich wurde von den Parkmitarbeitern gefragt, ob ich mitspielen mag. Natürlich wollte ich. Also sind wir am Donnerstagnachmittag zur Schule gefahren. Das Spiel wurde auf dem Sportplatz, aus Sand bestehend, ausgetragen. Da es direkt nach Schulschluss angefangen hat, hat gefühlt fast die ganze Schule zugeschaut, was bei mir erstmal ziemliches Herzrasen verursacht hat. Die SchülerInnen standen auf dem Sportplatz, saßen auf den Mauern, haben von den Fluren der Schule aus zugeschaut, sie waren also praktisch überall.
Vor dem Spiel wurden natürlich noch fleißig Mannschaftsfotos etc. gemacht, danach ging es dann los.Soweit ich das mitbekommen habe 2x 20 Minuten, danach war ich aber auch ziemlich fertig und meine Mitspieler und Gegner auch. Leider hat der Xuan Thuy Nationalpark 2:3 verloren, das hat unsere Freude aber nicht getrübt. Nachdem alle frisch geduscht waren, ging es zum gemeinsamen Essen und Trinken (mit den Gegnern) ins Restaurant neben dem Park, es war ein sehr amüsanter und lustiger Abend. Ich wurde als "Number One" bezeichnet und viele waren sehr beeindruckt und erstaunt, dass ich Fußball spielen kann und bei den Männer sogar ganz gut mithalten konnte.






So ist hier immer was los und langweilig wird einem wirklich nicht. Euch allen geht es hoffentlich auch gut! Liebste Grüße von mir.

Freitag, 13. November 2015

Momentaufnahmen



 

 




Der Rauch und das Feuer kommen vom Stroh, welches nach der Reisernte verbrannt wird


Dies ist mal ein Blogeintrag mit wenig Text. Ich hoffe die Fotos wirken so auf euch. Sie sind alle im Nationalpark und Umgebung entstanden. Ich habe die Motive fotografiert, da sie mich berührt haben oder ich sie einfach schön, oder besonders fand. Ich staune immer wieder, was man hier so entdecken kann.
Ich hoffe euch allen geht es gut und euch gefallen die Fotos auch.
Bald kommt auch wieder ein längerer Bericht, wo ich berichte, was so alles passiert ist. Hiermit wollte ich nur kurz mitteilen, dass es mir gut geht und ich die Zeit hier sehr genieße.



Donnerstag, 8. Oktober 2015

Zwischen Tee Trinken Und Arbeiten

Fast einen ganzen Monat sind Esther und ich nun schon im Nationalpark und haben versucht uns einen Arbeitsalltag einzurichten. Es ist auch schon echt viel passiert, wir sind super oft eingeladen worden, nur wirklich gearbeitet haben wir eindeutig ziemlich wenig. Das soll gar nicht negativ klingen es ist nur eine Tatsache.
Soldatenhüte zum Schutz vor der Sonne
So oft wird man von irgendwelchen netten Leuten zum Tee eingeladen, oder zum Mittagessen, oder was auch immer. Dadruch haben wir es schon auf eine Hochzeit geschafft, waren beim Midautumn Festival bei 3 unterschiedlichen Veranstaltungen eingeladen und lernen so auch immer wieder neue Leute kennen.
Kurz zur Erläuterung vom Midautumn Festival, es wird am 15. August des Mondkalenders gefeiert, und ist ein Feiertag für Kinder. Die Kinder bauen Zelte auf, Tanzen und Singen und generell wird einfach sehr viel gegessen. Die Hochzeit war auch ein Erlebnis für sich, alles wurde sehr genau getimt, damit dem Ehepaar auch kein Unglück widerfahren kann, die Brautjungfern waren abgezählt und alles wurde streng nach Tradition gemacht. Wir saßen dabei, wurden ab und zu um ein Foto gebeten und haben uns sonst ganz nett mit den zahlreichen Cousinen und Cousins der Braut unterhalten.

Ein Verkleideter bei der Parade vom Midautumn Festival




Kommen wir nun aber mal zu unserer Arbeit. Das, wofür wir anscheinend am liebsten eingesetzt werden ist Englischunterricht. Praktisch immer wenn wir jemand Neues treffen, fragt uns diese Person, ob wir ihrer Tochter/ ihrem Sohn Nachhilfe in Englisch geben können, oder ob wir der Person selbst nicht was beibringen können. Manchmal wird man auch in eine Schule eingeladen und gefragt, ob man da nicht für die fehlende Englischlehrerin einspringen könnte. So haben wir echt zahlreiche Möglichkeiten Menschen Englisch beizubringen, nur wollen wir unsere ganzen Tage nicht nur damit verbringen. Schließlich haben Esther und ich uns für das Projekt im Nationalpark entschieden, gerade weil wir was anderes machen wollten, als die ganze Zeit nur Unterrichten zu müssen. Dreimal die Woche unterrichten wir aber trotzdem auf jeden Fall Englisch. Montagnachmittags in einer Grundschule in Giao Thien, dort unterrichten wir ca.10 Kinder aus der 4. und 5. Klasse, um sie auf einen Englischwettbewerb im Februar vorzubereiten. Mittwochnachmittag machen wir das Gleiche nochmal in der Grundschule von Giao An (Nachbarkommune). Dorthin fahren wir freitagmorgens auch nochmal um einer 3. Klasse Englischunterricht zu geben. Heute haben wir auch das erste Mal im Park für die Parkmitarbeiter Englischunterricht gegeben. Da reden wir hauptsächlich über die Umwelt, Natur und Ökotourismus.

Der Park hat mittlerweile aber auch ganz gut verstanden, dass wir nicht nur Englisch unterrrichten wollen. Nachdem wir laut und deutlich sagen mussten, dass wir wirklich körperlich arbeiten wollen und auch ruhig ein bisschen dreckig werden können. Vorher schienen sie echt zu denken, dass wir auf keinen Fall irgendwie körperliche Arbeit machen wollten. So haben wir eigentlich nur zufällig erfahren, dass neue Mangrovensetzlinge in dem Naturschutzgebiet gepflanzt werden. Da durften wir dann auch mitmachen. Drei Tage haben wir dort mitgeholfen. Als erstes wurden die Setzlinge von ihrer Aufzuchtstation zur Insel transportiert, wo sie gepflanzt werden, und danach wurden sie dort eingepflanzt. Eigentlich alles wurde per Hand gemacht, es waren alles junge bis alte Frauen, die dort mitgemacht haben. Sie fanden es sehr lustig, dass wir mitgemacht haben und jede hat uns gesagt, dass wir doch bitte einen Hut aufsetzten sollen, und uns bedecken sollen, damit wir nicht zu braun werden. Das ist hier normal, jetzt haben wir uns auch einen Reishut gekauft.
Was jetzt auch schon dreimal geklappt hat, ist die Arbeit im "Mushroom Club", eine Familie die Pilze züchtet.
Die Familie ist sehr nett und wir haben geholfen Schnüre für die Pilze zu verknoten. In großen Plastiktüten, werden die Pilze angesetzt. Diese Beutel haben wir dann auch noch unter einem Dach aufgehängt.


Beim Mangroven einpflanzen





Die Plastikbeutel, in denen die Plize wachsen


Unser Fortbewegunsmittel, weswegen wir häufig belächelt werden
 ,da wir nicht mit dem Motorbike fahren

Der Reis ist bald erntereif, wir hoffen wir können mithelfen

Hiermit hoffe ich euch einen kleinen Einblick in unseren jetztigen Alltag gegeben zu haben. Ich hoffe euch allen geht es gut, und ihr habt ein angenehmes herbstliches Wetter.


Donnerstag, 10. September 2015

Alltag und Events

So ist schon wieder einiges an Zeit vergangen seit ich mich gemeldet habe und einiges habe ich erlebt. Teilweise war es mir sogar zu viel, aber dann kam zum Glück das Wochenende, wo wir was Zeit für uns hatten und ausschlafen durften.

Am 31. August um 6:30 morgens sind Esther, Felix und Jessica am Flughafen in Hanoi angekommen. Esther ist meine Mitfreiwillige und Felix und Jessica sind in einem Projekt in einer Blindenschule in Hanoi untergebracht. So bin ich also morgens um 5 Uhr aufgestanden, um die Drei mit unserem Mentor Lam und unserer Koordinatorin Houng abzuholen. Das war der Start für unser aller Freiwilligendienst, dementsprechend motiviert und aufgeregt waren wir alle. Die erste Woche war nun aber noch gar kein richtiges Arbeiten im Projekt. Esther und ich waren auch weiterhin in Hanoi und haben die Stadt ein bisschen erkunden können. Ein anderer Freiwilliger, der hier schon 8 Monate ist, hat uns ersteinmal durch die Stadt geführt. Dabei haben wir eine vietnamesische Freundin von ihm getroffen, die uns auch noch so einiges erzählt und gezeigt hat. So haben wir viel gesehen und haben trotzdem viel Zeit in Cafes verbracht, da wir immer mal wieder eine Pause brauchten. Das Wetter ist immer noch sehr warm und schwül.

Am 2. September war dann der Unabhängigkeitstag Vietnams. Wegen des 70 jährigen Jubiläums wurde es noch größer gefeiert als sonst. Um 7 Uhr morgens gab es eine Parade des Militärs, und abends um 9 Uhr ein Feuerwerk. So waren wir den ganzen Tag beschäftigt und haben viele verrückte Sachen erlebt. Esther und ich sind um 4:30 aufgestanden um pünktlich zu der Parade am Ho Chi Minh Mausoleum zu sein. Das war nur leider großräumig abgesperrt und Busse fuhren von uns aus auch nicht. Also haben wir ein Motortaxi genommen, bis zu einer Stelle wo es nicht mehr weiter ging und von da aus mussten wir dann laufen. Irgendwie sind wir aber nie zum Mausoleum durchgekommen. Letztenendes waren wir am Hoan Kiem Lake, wo ein Teil der Parade langging. Mir persönlich war es alles ein bisschen zu militärisch, aber es war eindeutig ein Erlebnis wert. Alleine schon die ganzen Menschenmassen waren beeindruckend. Ungefähr gleich viele, schätze ich, waren dann auch abends zum Feuerwerk da. Leider hat es die ganze Zeit über geregnet, weswegen einiges vom Feuerwerk von Wolken bedeckt wurde. Trotzdem war es ein sehr schönes und prunkvolles Feuerwerk.

 
Die Menschenmassen bei der Parade
 
Sogar vom Dach aus wurde geschaut

Die Polizisten, welche zu Hauf an jeder Absperrung standen


Ein weiteres Mal offiziell wurde es dann letzten Samstag, wo der offizielle Schulbeginn zeremoniert wurde. Wir sind wieder früh morgens (5 Uhr) aufgestanden, um in die Blindenschule zu fahren und der Zeremonie beizuwohnen. Es wurde mit Fahnen eingelaufen, die Nationalhyme wurde gesungen und es gabe einige Reden. Zudem wird wohl jedes Jahr ein vom Präsident verfasster Brief vorgelesen, als Motivation für das neue Schuljahr. Um alles ein bisschen kurzweiliger zu gestalten gab es Gesangs- und Tanzeinlagen der blinden sowie sehenden SchülerInnen. Die Schule ist nicht nur für Blinde. Alle Schüler waren in Schuluniform und die Lehrer in Anzug oder die Lehrerinnen in traditionellem Au Dai (Au Sai gesprochen).
Wie man merken kann, wird hier vieles gerne förmlich, festlich und sehr ofiziell zelebriert.

Ein kleiner Einblick in die Zeremonie zum Schulstart


Am Montag ging es dann bis Mittwoch in den Nationalpark, auch Felix und Jessica sind mit uns gefahren. Im Dorf dort, sind wir wieder auf eine Festlichkeit gestoßen. Und zwar wurde zu Ehren Mutter Marias gefeiert. Giao Thien und Umgebung sind sehr stark christlich gesprägt, demtentsprechend viel das Fest dann auch prunktoll aus. Durch Zufall haben wir den Probemarsch und Probegottesdienst beobachten dürfen. Auch da war wieder alles aufwändig dekoriert worden. Alle waren festlich angezogen. Der Kirchenchor hat gesungen. Es gab mehrere Orchester und die kleinen Kinder sind im  Zug mitgelaufen.

Der traditionelle Au Dai
Ein netter Herr, der gerne fotografiert werden wollte
Wie man vielleicht erkennt, sind das alles altertümliche Instrumente
Die Trommelgruppe in Aktion


Dies waren alles sehr aufregende und ungewöhnliche Ereignisse. Wir waren viel am Staunen und haben einige Unterschiede zu Deutschland feststellen können.
Nichtsdestotrotz müssen wir uns ja an das "normale", alltägliche Leben gewöhnen und nicht irgendwelche Events. Damit haben wir aber auch schon angfangen. Sei es der Versuch Obst zu kaufen und dabei auf Vietnamesisch zu feilschen, oder mit dem dann erworbenen Gemüse (welches schon anders als das Deutsche ist) ein Gericht zu zaubern. Oder zu lernen, welchen Bus man wohin nimmt und, wem man im Bus Platz zu machen hat, und bei wem man sitzen bleiben kann. Zusätzlich ist es auch gar nicht so einfach hier das Haus sauber zu halten, durch Staub und Nässe, wird alles schnell dreckig und eigentlich könnte man die ganze Zeit putzen. Damit umzugehen muss auch erst mal gelernt sein. All diese kleinen Dinge sind noch sehr aufregend und machen aber auch super viel Spaß zu erlernen.
Zudem haben wir bis jetzt schon viele Leute kennengelernt, die uns unterstützen und ganz lieb helfen. Das hat schon so einiges einfacher gemacht.


Hier noch ein Link zum Unabhängigkeitstag und die beiden Blogs von Felix und Esther, falls ihr da auch mal Lust habt reinzuschauen:


http://dtinews.vn/en/news/017004/41626/----vietnam-holds-massive-national-day-parade.html

felixinvietnam.blogspot.com

estherinvietnam.blogspot.com












Donnerstag, 27. August 2015

Vietnam als Tourist

So melde ich mich nochmal.
Mit dem Workcamp haben wir es doch geschafft einige Orte Nordvietnams zu beuschen. Unser erstes Wochenende haben wir in der wohlbekannten Ha Long Bucht verbracht. Das Wochenende danach waren wir in Ninh Binh (ähnlich der Ha Long Bucht nur mit Flüssen und keinem Meer) und in Nam Dinh. In unserer Reisewoche waren wir nun in den Bergen, genauergesagt Sa Pa und Umgebung, nahe der chinesischen Grenze.
All diese Regionen waren landschaftlich unglaublich schön und vielseitig. Diese Orte haben wir als Touristen besucht - mit Kamera, Sonnenmilch, Geld und Wasser ausgestattet. Dementsprechend, war es dort auch. Besonders Ha Long und Sa Pa sind unter Touristen sehr bekannt. Also konnten wir sehr viele Sprachen hören, die kein Vietnamesisch waren, und überall hat man versucht einem was anzudrehen, natürlich zu höheren Preisen als gewöhnlich.
Diese ganzen Menschenmassen und das ganze Kalkül an Organisation hat mich teilweise echt fertig gemacht. In Ha Long zum Beispiel haben wir eine Kajaktour mitgebucht-was soviel hieß, wie einmal durch die Schlucht fahren. Das Boot, welches uns von Attraktion zu Attraktion geschifft hat, hat auf uns nur genaue 25 Minuten gewartet, dann mussten wir fertig mit dem Kajak fahren sein. So wurde dieser eigentlich echt friedlich und ruhige Ort teilweise echt zerstört, Müll hat man traurigerweise auch vermehrt im Wasser gesehen. Trotzdem würde ich sagen, dass ich froh bin diese wunderschönen Felsenlandschaften in echt gesehen haben zu können.


Typischer Anblick in Ha Long und Umgebung

Ein weiterer typischer Anblick -Schiffe voll mit Touristen


Ähnlich ging es mir da mit Sa Pa. Das Städtchen ist mitten im Gebirge gelegen, von dort aus kann man den höchsten Berg Vietnams (Fansipan) sehen und überall um einen herum sind Reisterassen. Zudem ist die Gegend dafür bekannt, dass dort ganz viele ethnische Minderheiten leben. Leider haben sie den Tourismus  total für sich entdeckt und stehen in ihren traditionellen Gewändern an jeder Ecke und versuchen einem irgendwelche kleinen Souvenirs anzudrehen, teilsweise folgen sie einem auch mehrere Minuten lang.
Um Sa Pa herum gibt es ganz viele andere kleine Dörfer. Durch Einige haben wir eine zweitägige Trekkingtour gemacht . Unsere Wandergruppe bestand aus 14 Leuten, dazu kamen dann auch noch einige Hmongs (Anhänger einer ethnischen Minderheit), die immer 50 cm hinter einem hergelaufen sind und einem weiterhin was andrehen wollten. Das war mir anfangs echt zu viel, eigentlich hätte ich mir einfach gerne die Landschaft angeschaut und ein paar Fotos gemacht und wäre mit Ruhe gewandert, das ging aber durch den ganzen Andrang etc. gar nicht. So haben wir gemerkt, was Massentourismus mit einer Region anstellt und wie es die Menschen und den Ort verändert.



Ninh Binh

Pause im Schatten, bevor es weiter zu nächsten Höhle geht

Panoramablick von der Umgebung Sa Pas

Reispflanzen im Vordergrund und die Terrassen im Hintergrund




Nichtdestotrotz hatten wir eine super schöne Zeit, haben ganz tolle Landschaften entdecken können und hatten auch viele, nette Begegnungen.
Deswegen möchte ich euch ganz viele Fotos zeigen, damit ihr auch einen positiven Einblick habt.
Ich hoffe euch allen geht es gut!