Donnerstag, 21. Januar 2016

Wie schnell die Zeit vergeht

Als Erstes wünsche ich euch allen natürlich ein gutes, frohes neues Jahr und hoffe, dass ihr alle schöne Feiertage hattet. Ich bin auf jeden Fall gut ins neue Jahr gerutscht und habe wieder viel Energie, weitere neue Projekte anzugehen. Zuerst werde ich jetzt aber mal wieder über unsere Arbeit im Park erzählen und euch berichten, was wir im Dezember und Januar so gearbeitet haben.

VÖGEL ÜBER VÖGEL

Im Dezember noch und jetzt wieder im Januar wurde "Welcoming the Birds" im Park veranstaltet. Wie der Name schon sagt, haben wir die Zugvögel für diese Saison willkommen gehießen. Eine vietnamesische Organisation (Vietnature), kam und war der Organisator des Ganzen. Viele Familien aus Hanoi waren angereist und so sind sie kurz darin unterrichtet worden, wie genau man Vögel beobachtet und was hier für Umwelt- und Wetterbedingungen herrschen. Danach ging es direkt los zum Vögelbeobachten. So sind wir mit einer Horde von Kindern und ihren echt netten und offenen Eltern durch die Gegend hier gefahren und haben super viele Vögel gesehen. Die meisten von den Eltern konnten gut Englisch sprechen und viele Kinder sogar auch. So konnte man sich viel mit ihnen unterhalten. Wir haben nochmal eine ganz andere Sichtweise erfahren. Ich glaube, dass diese Besucher alle aus der Oberschicht kamen, ihre Kinder waren alle noch relativ jung, aber man hat gemerkt, was für eine gute Bildung sie schon erfahren durften. So war es interessant, diesen Unterschied hier in Vietnam zu erleben. Im Kontrast zu einigen Familien hier, wo die Kinder nach der Secondary School die Schule abgebrochen haben, um nach Hanoi zu gehen und dort irgendwo für wenig Geld zu arbeiten.



Ein anderes Event, wo es nur um Vögel ging, war die Registrierung von Vögeln. Für einige Tage ist eine Gruppe vogelbegeisterter Japaner gekommen, welche alle sehr erfahren im Umgang mit Vögeln waren. Sie haben hier ihr Lager aufgebaut und ganz viele besondere Netze aufgestellt, um Vögel zu fangen und diese mit einem Ring versehren zu können. Nun haben sie viele Daten über die Vögel hier, welche teilweise aus Japan hierhin fliegen, um hier zu überwintern.
Während dieser Tage war durchgehend was los, da immer wieder neue Vögel (Esther und mir noch unbekannt) gefangen wurden und wir sie von ganz nahmen beobachten konnten. Zudem haben wir so einen kleinen Einblick in wissenschaftlichem Arbeiten erhaschen können und erlebt, wie Forscher versuchen mehr Daten von Tieren und deren Verhalten zu erlangen.



Fotoshooting eines Eisvogels zur Registrierung

Wiegen eines Vogels zur Registrierung


So wurden den ganzen Tag über gearbeitet



Dieses Wochenende gab es für 3 Tage den Vogelcensus in ganz Vietnam. Also sind unsere Parkmitarbeiter los gezogen und haben Vögel gezählt und notiert. Vor allem hofften alle den Black-faced Spoonbill sichten zu können, da dieser das Wahrzeichen des Parkes ist und er zu den bedrohten Zugvögelarten gehört. Einige konnten gezählt werden. Die ganzen Daten werden von einer Organisation zusammengetragen. So lässt sich ein Überblick von der Anzahl der Zugvögel in Vietnam gewinnen.


MUSHROOM CLUB

Die Arbeit im Mushroom Club ging im Dezember auch noch weiter. Mittlerweile hatten wir es geschafft auch noch bei einer anderen Familie arbeiten zu dürfen. Bei dieser Familie haben wir wieder einen anderen Schritt vom Pilzezüchten miterleben können. Das Stroh, welches vorher getrocknet wurde, wurde nun mit Wasser und einer Calciumlösung gereinigt. Das Stroh haben wir in einen großen Bottich getan. Es wurde viel Wasser und die Calciumlösung drübergeschüttet und dann durften wir darin rumstampfen. Als es fertig eingeweicht war, wurde es auf einen riesigen Haufen gelegt und sehr stark gepresst. So fängt das Stroh an zu gären und als es verwendet wurde, um es mit den Pilzsporen in Plastiktüten zu verpacken war es ganz warm. Von der anderen Familie, wo wir schon öfters waren haben wir als Dankeschön jeder noch eine Tüte voller frischer Pilze bekommen, nachdem wir dort auch wieder geholfen hatten.



AN LAC PAGODE

Noch ein anderes großes Ereignis, waren einige Besuche in der Pagode. Für eine Woche war hier wieder ein junger Mann, diesmal aus Indien, der hier für seine Masterarbeit recherchiert hat. An einem Sonntag haben wir seiner Dolmetscherin ein bisschen die Umgebung gezeigt und waren mit ihr in der Pagode und der Kirche. Durch Zufall haben wir so erfahren, dass in der folgenden Woche ein großes Ahnenfest in der Pagode stattfand. An dem Sonntag durften wir somit mithelfen ein ganz besonderes Brot/Kuchen aus Vietnam zuzubereiten. Es heißt Banh Chung und wird zum vietnamesischem Neujahr ganz viel gegessen und hergestellt. Zwei weitere Tage waren wir noch in der Pagode, haben Blumentöpfe gereinigt, geholfen das ganze Essen aufzutragen und haben das Gebet und ein super leckeres Essen miterlebt. Da Buddhisten ja vegetarisch essen gab es ganz viele Gerichte, wie vegetarische Ente, oder Shrimps, oder vegetarische Pastete und die Sachen waren echt lecker. Zudem waren die Leute super herzlich und lustigerweise haben wir wieder jemanden aus dem Dorf kennengelernt, der uns auf einmal auf Deutsch angesprochen hat, er hat damals in der DDR gearbeitet und studiert. So wird man immer wieder überrascht. Das Gebet war auch ein sehr interessantes Erlebnis, da eine große Gruppe von Menschen ungefähr eine halbe Stunde lang in einem fort etwas vor sich hingesprochen hat, und die Tonlange durchgehend ähnlich blieb.


Das Vorbereiten von Banh Chung
Banh Chung, eingepackt in Palmblätter

Dort wurde das Gebet gehalten
Wir, mit 2 von der Pagode vor dem Altar




















UNSER ENGLISCHUNTERRICHT

Wie ihr ja wisst, haben wir zweimal die Woche an zwei unterschiedlichen Schulen Englischunterricht gegeben. Dieser Unterricht war dazu da einige Kinder auf den "English Speaking Contest" vorzubereiten. Dieser war vor einigen Tagen. Einmal die Woche sind wir mit den Kinder Texte durchgegangen. Die Themen wurden vorgegeben. Die Kinder haben diese Texte auswendig gelernt. Ein Text pro Kind (jede Schule sendet einen Kandidaten/In) wurde somit bei dem Contest vorgetragen. Die meisten Kinder waren ziemlich herausgeputzt, in schickem Kleid oder Anzug. Einige waren sogar mit Puder und Lippenstift zurechtgemacht. Jedes Kind hat seinen auswendig gelernten Text vor der Jury vorgetragen. Die Jury hat es sich angehört und noch einige Fragen gestellt, dann war das nächste Kind dran. Alles in allem war es ein sehr interessantes Ereignis. Für diese paar Minuten Vortrag pro Kind wurde ein halbes Jahr gelernt. Theoretisch mussten die ganzen Kinder 25 Texte zu unterschiedlichen Themen können, da aus diesen Texten einer ausgewählt wurde.




Ein kleiner Eindruck von dem Contest, auch wenn die Qualität der Fotos nicht so gut ist. Die beiden Mädchen kommen aus den Schulen in Giao Thien. Beide haben sich sehr schick gemacht für diesen Anlass. Im Vordergrund sieht man die Jury.





Wie man sieht haben wir doch relativ viel Abwechslung im Park. Gleichzeitig wollen wir jetzt auch endlich mal mit unseren eigenen Projekten starten, das zieht sich irgendwie immer. Meistens haben wir was anderes gefunden, was wir anstelle dessen getan haben. So verabschiede ich mich mal wieder von euch.


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