Donnerstag, 28. April 2016

Die letzten Monate

Nun ist der April auch schon fast vorbei. Mama ist gestern morgen wieder am Frankfurter Flughafen angekommen und eine weitere Reise in meinem Freiwilligenjahr ist vorbei.
Mama und ich hatten eine tolle Zeit. Sie ist lange im Park geblieben und hat so viel von meinem Alltagsleben mitbekommen. Mir wurde dadurch nochmal genauer vor Augen geführt, was ich alles schon geschafft habe und was sich alles in den Monaten schon entwickelt hat. Die Freundschaften, unsere Arbeiten und auch die Eingewöhnung in die Kultur, vieles ist schon normal bzw. gewohnt geworden. 


Vögel beobachten

Das Verhältnis zu den Parkmitarbeitern ist unglaublich toll und ich habe immer mehr das Gefühl wirklich aufgenommen zu sein. Sie haben meine Mama und auch Esthers Familie mit offenen Armen empfangen und jedes Mal eine kleine Party beim Mittagsessen veranstaltet. Am ersten Wochenende als Mama im Park angekommen ist, war sie nicht alleine, sondern ist mit Anette (Leiterin der Kolpingjugendwerke) und Lam (unserem Mentor und Direktor der vietnamesischen Organisation VAF) gekommen. Den Mitarbeitern vom Park war es wichtig, dass der Park von der besten Seite präsentiert wird und so waren wir mit unserem Vogelexperten (Truong) Vögel beobachten. Ich habe den lieben Besuch noch ins Dorf geführt und die zahlreichen Kirchen und die Pagode vorgestellt. Anette war auf Dienstreise hier und hat sich somit die ganzen Projekte von Kolping in Vietnam und sogar Thailand angeschaut. Mama und ich durften Sie und Lam in den Cuc Phuong Nationalpark (dort haben Esther und ich für eine Woche Schildkröten gehütet, von Kolping wurde es zu einem einjährigen Projekt ausgearbeitet) begleiten und sogar noch zu dem Projekt in Hue. Dieses Projekt nennt sich die Peaceful Bamboo Family und kümmert sich um behinderte Menschen, von jung bis alt. Dort können sie kochen, zeichnen, gärtnern, und vieles mehr lernen. Die Anlage ist mit Liebe geführt und super schön. Wir waren ziemlich begeistert ( http://www.eurasia.org.vn/ -die Internetadresse der Peaceful Bamboo Family, wer Interesse hat kann gerne mal schauen).


Danach haben Mama und ich uns alleine auf die Reise gemacht und die Stadt besucht, wo wir früher zusammen gelebt haben- Tam Ky. Ich hatte im vorhinein den ehemaligen Dolmetscher von Papa kontaktiert und er war total erfreut von uns zu hören. Als ich ihm dann noch erzählt habe, dass Mama und ich sie besuchen kommen war er ganz aus dem Häuschen, hat sich darum gekümmert ein Hotelzimmer zu finden, hat uns vom Bahnhof abgeholt und uns unser altes Haus gezeigt, Papas Arbeit und sonst den Rest der Stadt. Die Stadt hat sich laut Mama unglaublich verändert und ist deutlich moderner geworden. Mir hat sie gut gefallen. Das Wiedersehen mit ihm und seiner Frau war super herzlich. Ich kannte sie ja gar nicht mehr wirklich, aber sie haben mich direkt in den Arm genommen, meinten ich wäre so groß geworden, würde aber trotzdem noch so aussehen wie früher. Die drei Tage, die wir in Tam Ky verbracht haben, haben wir mit der Familie verbracht. Dung und Phong (so heißen die Beiden) haben drei Mädchen, am Anfang waren sie uns gegenüber noch echt schüchtern aber auch das wurde immer vertraulicher. Mit der Familie waren wir zusammen essen, einkaufen, am Strand und haben die Grundschule besucht, wo Dung (die Frau) unterrichtet. Es war so herzlich, dass Mama und Dung beim Abschied Tränen gekommen sind. Ich war auch kurz davor. 


Abendessen mit der Familie
Dung, die Mutter von Phong, Mama und Ich
Unser altes Haus in Tam Ky, umgebaut

Bun in Quy Nhon
Nach diesen intensiven und auch stressigen, aber echt tollen Tagen, war Mama und mir nach Ruhe und Entspannung. So haben wir uns für die Stadt Quy Nhon entschieden- eine Stadt direkt am Strand, noch relativ unbekannt bei den ausländischen Touristen, bei Vietnamesen aber bekannt. Vormittags hatten Mama und ich den Strand praktisch für uns alleine, da der Vietnamese nicht auf die Idee kommen würde im Meer zu schwimmen, wenn die Sonne so stark scheint. Dafür war ab drei/vier Uhr der Strand mit Menschen gefüllt und die Vietnamesinnen sind in kompletter Montur schwimmen gegangen. 
Mama und ich waren viel schwimmen und sind sonst durch die Stadt geschlendert und haben viel leckeres Essen und Trinken ausprobiert. Unsere nächste Station war in Hoi An, die von UNESCO geschütze Stadt mit vielen schönen Lampions. Dort haben wir viele Tage verbracht, und die Zeit in der Stadt und am Strand einfach genossen. Teilweise war es bis zu 40 Grad heiß, weswegen man sich auch gar nicht viel bewegen konnte und die Zeit am Strand zu verbringen das Vernünftigste war.  


Mama isst Banh Xeo in Quy Nhon

in Quy Nhon


Strand in Hoi An
Hoi An


Der Urlaub ging nach 2 Wochen vorbei und ich durfte/musste wieder in den Park zurück. Dort wurden wir wieder lieb aufgenommen und die alltägliche Arbeit und Müßigkeit ging weiter. 

Wir haben es endlich geschafft den Kompost einzuführen. Es schleppte sich zwar ein bisschen, aber die Köchin scheint nun auch einigermaßen verstanden zu haben, was man auf den Kompost werfen darf. Wir haben jetzt zwei Mülleimer (zum Mülltrennen) im Büro stehen und die Plakate sind in der Küche aufgehängt. Es hat alles viel länger gebraucht als wir dachten, aber letztenendes hat es jetzt doch funktioniert. Das hat mich echt gefreut. Zudem versuchen wir uns bei Organisationen für Spendengelder zu bewerben, um ein Umweltprojekt hier an der Grundschule einführen zu können. Das ist eine komplett neue Erfahrung und echt interessant, wie man so einen Antrag stellt. Ich bin gespannt, wann wir damit fertig werden. Sonst laufen die anderen Arbeiten normal weiter: Vietnamesisch Unterricht, Englisch Unterricht, ... . Ich habe meinen Nachhilfeunterricht auf zweimal die Woche erhöht. Die Kinder sind sehr lieb und motiviert. Das Unterrichten macht Spaß und ich habe das Gefühl, dass es ihnen teilweise schon echt leichter fällt auf Englisch zu sprechen. Mir fällt es mit dem Vietnamesischen immer leichter. Wenn die Damen sich im Park unterhalten und Esther und ich dabei sitzen, verstehe ich mittlerweile echt viel, was sie so sprechen. Das freut mich immer sehr und macht vieles auch einfacher, da ich mich ein bisschen besser ins Gespräch einbringen kann und viele Information so schon erhalte ohne von Jemandem noch extra informiert werden zu müssen, obwohl die Parkmitarbeiter, dass meistens so oder so machen. 

Momentan ist keine Pilzsaison, also arbeiten wir da nicht. Mit unserem Mentor im Park (Chieu) haben wir vor einigen Tagen ganz viele Mangroven Setzlinge gepflanzt und hoffen nun, dass sie gut angehen und wir somit viele neue Mangroven haben.

Wir setzten über zum Mangroven pflanzen
 


Meine Zeit in Vietnam ist bald schon vorbei die nächsten drei Monate werden im Fluge vergehen. Dementsprechend werde ich ganz bald wieder in Deutschland sein und viele von euch persönlich wiedersehen, darauf freue ich mich schon sehr. Nichtsdestotrotz bin ich jetzt schon manchmal traurig, wenn ich daran denke, dass meine Zeit hier bald vorbei ist und ich die ganzen Leute erstmal nicht mehr wieder sehen werde. Viele Menschen sind mir echt ans Herz gewachsen. Ich weiß also jetzt schon, dass ich Vietnam nochmal besuchen werde, da führt gar kein Weg dran vorbei. 

Ich hoffe euch allen geht es gut und das Wetter in Deutschland wird langsam mal besser. Ich schicke euch gerne etwas Sonne, hier wird es nämlich langsam echt heiß. Bis in drei Monaten!